Archive for Juni 2014

15 WM-Thesen

12. Juni 2014

In den vergangenen Tagen habe ich auf Twitter 15 Thesen zur WM aufgestellt. An dieser Stelle habe ich die Thesen noch einmal gebündelt gesammelt, damit ihr euch nach der WM alle darüber lustig machen könnt, wie falsch ich doch lag…

WM-These Nr. 1: Es wird nicht wie 2006, als sieben der acht Viertelfinalisten große Fußballnationen waren. Es wird eine Freak-WM wie 2002.

Auf Twitter kam die Nachfrage, welche Nationen ich denn damit meine. Uruguay zähle ich als zweifachen WM-Sieger bspw. zu den großen Fußballnationen, neben Argentinien, Deutschland, Brasilien, Spanien, Frankreich, Niederlande, England. Hingegen Belgien, Chile, Kolumbien, Kroatien, Bosnien und die Asiaten nicht. Neben dem Klima spielt bei dieser Einschätzung auch die Wahl der Schiedsrichter hinein. Erneut hat die Fifa nicht die besten gewählt, sondern eine seltsame Quotenlösung mit Schiedsrichter aus allen Verbänden. Der Diskussionsfaktor dürfte zumindest in der Vorrunde hoch sein.

WM-These Nr. 2: Lahm wird deutscher Schlüsselspieler. Deshalb wäre es besser, ihm im ZM spielen zu lassen, wo ein defensivstarker 6er fehlt.

Löw hat mir schon in Teilen zugestimmt, indem er in beiden Testspielen Boateng als Rechtsverteidiger spielen ließ. Ich bin gespannt, wo und wie Löw Lahm einsetzt.

WM-These Nr. 3: Die Taktikfreunde werden sich an diese WM als die Rückkehr der Dreierkette auf die ganz große Bühne erinnern.

Niederlande, Mexiko, Chile sind nur drei Beispiele. Auch einige kleine Nationen werden Dreier-/Fünferketten nutzen.

WM-These Nr. 4: Belgien ist gut, aber überhyped. Kommen zu sehr über ihre individuelle Klasse und Physis. Achtelfinale ja, aber nicht mehr.

Der „Geheimtipp“, der nicht geheim ist. Und aus meiner Sicht auch kein Titelfavorit. Ich sehe die Gruppe G wesentlich stärker besetzt als die Gruppe H und kann mir gut vorstellen, dass Belgien an Deutschland/Portugal/Ghana scheitert.

WM-These Nr. 5: Die Afrikaner werden wieder enttäuschen. Taktisch und von der Professionalität hängt der Kontinent leider hinterher.

Eine These, die mir als Freund des afrikanischen Fußballs wehtut. Aber der Kontinent stagniert fußballerisch leider seit 25 Jahren. Das taktisch vielleicht stärkste afrikanische Team, Ghana, muss in einer sehr schweren Gruppe gegen Deutschland und Portugal ran. Wenn man bedenkt, dass es seit 25 Jahren heißt, Afrika werde irgendwann den Weltmeister stellen, ist die tatsächliche Lage sehr ernüchternd. Vielleicht überrascht ein afrikanisches Team und erreicht das Viertelfinale. Die meisten werden aber wie 2006 und 2010 in der Vorrunde scheitern.

WM-These Nr. 6: Modric macht da weiter, wo er im Klub aufgehört hat. Wird Kroatien zum Überraschungsteam führen und einer der Stars der WM.

Eine der Thesen, von denen wir uns bereits heute Abend überzeugen können.

WM-These Nr. 7, diesmal etwas gewagteres: Chile wird die Gruppenphase überstehen.

Den Reaktionen auf Twitter zufolge ist diese These gar nicht so gewagt. Und doch wird es extrem schwer für die Chilenen.

WM-These Nr. 8: Japan ist ein Geheimfavorit, aber hat eine unpassende Gruppe. Wenn sie da rauskommen, werden sie uns verblüffen.

Ein bisschen Heftig.co-esk, diese These. Aber Japan gefällt mir dank der starken Kombinationen sehr gut. Blöd nur, dass sie in einer extrem physischen Gruppe gelandet sind. Ob sie da wieder rauskommen?

WM-These Nr. 9: Das Mexiko der Quali und das Mexiko der WM sind zwei komplett verschiedene Teams. Aber trotzdem wird’s Achtelfinale eng.

Mexiko war mein persönliches Lieblingsteam von denen, die ich für die Spielverlagerung WM-Vorschau bearbeitet habe (Mexiko, Kamerun, Schweiz, Ghana, Deutschland, Elfenbeinküste). Die 3-1-4-2-Formation mag ich sehr, dazu haben sie viele schnelle Spieler. Insgesamt sehe ich die Gruppe A wesentlich ausgeglichener als viele andere Experten. Auch für Brasilien wird es kein Selbstläufer.

WM-These Nr. 10: Das Camp Bahia bereitet mir Sorgen. Trainingslager müssen ruhig gelegen sein, aber auch Ausbrüche ermöglichen. S. 54+90. Nicht nur, dass das WM-Camp nicht ganz fertig ist. Es liegt auch am Ende der Welt, sodass der Malente-Faktor droht.

Eine schwierig zu erläuternde These. Es ist einfach ein Bauchgefühl. Ich mag die Idee nicht, mitten im Dschungel ein Camp zu beziehen, abseits der Zivilisation, dass zudem eine Extrawurst der Nationalelf darstellt. 54 ist eine Gruppe um Rahn aus Frust Saufen gegangen, 74 gab es großen Streit wegen der abgeschiedenen Lage Malentes, 90 trafen sich die Spieler außerhalb des Quartiers in Pizzarien. Das Camp Bahio passt mMn nicht in diese Liste.

WM-These Nr. 11: Portugal kann nicht nur das Auftaktspiel gegen GER gewinnen, sondern auch weit kommen. Defensiv stabil und offensiv Ronaldo

Selbsterklärend.

WM-These Nr. 12: Never underestimate Italy. Besonders dann nicht, wenn sie einen der flexibelsten Trainer des Turniers haben #prandelli

Testspiele sollte man nicht überbewerten. Auch wenn Italien vor der WM nicht gut aussah, muss das nichts heißen. Ich habe Vertrauen in Prandelli, dass er sein Team möglichst weit führt.

WM-These Nr. 13: Nicht sonderlich originell, in den letzten Tagen häufig gehört: Niederlande übersteht die Gruppenphase nicht.

Die WM-These Nr. 7 gebietet, dass ich ein Team aus der Gruppe B streiche. Ich habe die Niederlande gewählt, auch wenn ich mir da jetzt gar nicht mehr so sicher wäre. Ihr 5-3-2-System ist mehr als nett. Die Gruppe B ist mit Abstand die attraktivste WM-Gruppe aus meiner Sicht.

WM-These Nr 14: Der Titel führt über Brasilien. Taktisch nicht spannend, aber hochsolide und im 4-2-3-1 gut auf die Einzelspieler abgestimmt.

Selbsterklärend.

WM-These Nr. 15: Wir werden unseren Spaß mit dieser WM haben.

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